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Das Tantra-ABC, Teil eins

Können Sie sich noch an die "Sex and the City"-Folge erinnern, in der die vier Damen an einem Tantra-Workshop teilnehmen? Dabei führt die Tantra-Lehrerin eine Lingam-Massage vor, mit der sie ihren Partner nach über einer Stunde hingebungsvoller Handarbeit zu einem explosiven Orgasmus verhilft, dessen Ergüsse leider in Mirandas Haaren landen. Wer sich eine solche klebrige "Tantra hautnah"-Erfahrung ersparen will, kann sich auch erst mal mit der Tantra-Theorie beschäftigen. Im kleinen Tantra-ABC lernen Sie die wichtigsten Tantra-Begriffe kennen

Schmusen statt Sex_520802

Beim Tantra dreht sich nicht alles um sexuelle Höhenflüge, aber ausgeschlossen oder ungewollt sind diese keineswegs. Lernen Sie die wichtigsten Tantra-Begriffe kennen
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Ausdehnung: Ein Tantriker versucht, alles in seinem Leben anzuerkennen und zu akzeptieren, statt abzulehnen. Ziel ist es, sein Bewusstsein auszudehnen ("Tan" von "tanoti" = ausdehnen), um zu allumfassender Liebe zu gelangen.

Befreiung: Das "tra" im Wort Tantra leitet sichvon "trayati"= befreien ab. Im Gegensatz zu einigen anderen Glaubensgemeinschaften schränkt Tantra die Sexualität nicht ein, sondern fördert deren Befreiung und das Bewusstsein dafür.

Chakra: Als Chakra wird ein Energiezentrum im Körper bezeichnet. Es gibt insgesamt sieben Hauptchakren, die sich entlang der Wirbelsäule befinden und den Energiefluss im Körper regulieren.

Erotik: Der Körper, die Sexualität und die Erotik spielen eine zentrale Rolle im Tantra. Der Körper wird als Tempel des Göttlichen verehrt und Sex – also die Begegnung zweier Körper – als etwas Heiliges angesehen, das bewusst gelebt und zelebriert wird.

Gewebe: Tantra wird u. a. mit dem Wort Gewebe übersetzt und bezeichnet das Feld, das in unserem Körper und um uns herum existiert und sich aus Emotionen (gespeicherte, alte Gefühle), Erinnerungen (gespeicherte,alte Gedanken), Gefühlen (spontaner Ausdruck der Energie) und "stillem Geist oder stillem Sein" (spontaner Ausdruck dessen, was in uns verborgen schien) zusammensetzt. Dieses Gewebe soll durch tantrische Praxis erneuert und verändert werden.

Hinduismus: Tantra hat seine Wurzeln in hinduistischen und buddhistischen Traditionen.

Indien: Tantra entstand in Indien. Im 7./8. Jahrhundert entwickelte sich dort die esoterische Lehre.

Kundalini: So bezeichnen Tantriker die Lebensenergie, die jeder Mensch in sich trägt.

Lingam: Als Lingam wird der Penis bezeichnet.

Lingam-Massage: Die Massage des männlichen Geschlechtsteils beschreibt die Tantra-Lehrerin in der "Sex and the City"-Episode mit "Es ist so, als wolle man eine Orange auspressen." Die Massage hat das Ziel, sexuelle Energie zu erzeugen sowie Körper und Geist anzuregen.

Maithuna: Maithuna ist im Tantra die Bezeichnung für den ritualisierten Geschlechtsverkehr. Dieser erfolgt nach einer speziellen Reinigung und Meditation und wird als Teil der so genanntenfünf M genossen: madya= Wein, mamsa = Fleisch, matsya = Fisch, mudra = geröstetes Getreide und maithuna = Geschlechtsverkehr.

Auf der nächsten Seite finden Sie den zweiten Teil unseres Tantra-ABC.


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